Ferro 2000 - Symposium - Verhüttung von Raseneisenerz im Rennofen
   12. Juli 1999-2000
 

Im Niedersächsischen Freilichtmuseum in Cloppenburg wurde vom 12. bis 18. Juli 1999-2000 ein archäologisches Experiment unter der Leitung von Schmiedemeister und Diplom-Metallgestalter Alfred Bullermann durchgeführt.

Dieses Symposium, veranstaltet vom Verbund Oldenburger Münsterland und dem Museumsdorf Cloppenburg, war der erste Programmpunkt im Rahmen des Schmiedeweltkongresses Ferro 2000. Hierzu waren Fachleute aus Deutschland, Frankreich, der Schweiz, Belgien und Dänemark angereist.

Auf dem Schmiedevorplatz des Museumsdorfes wurde mit drei Rennöfen aus Lehm ein Versuch der Eisenerzeugung durchgeführt.

Montag 12. Juli: Mit einem Gesamtverbrauch an Holzkohle von ca. 170 kg und 75 kg Raseneisenerz wurde eine Eisenluppe von 17,5 kg gewonnen. Außer Eisenschwamm befanden sich noch Eisentropfen und Eisenfäden von ca. 1,2 kg in der Ofengrube.

Phase 1

Donnerstag 15. Juli: Die Verhüttung von Raseneisenstein mit Torf. Zum Aufheizen des Ofens wurden ca. 40 kg Holz und Holzkohle verwendet. Die Verhüttung erfolgte mit teilverkoktem, ca. 200 kg feuchtem Torf und ca. 100 kg feuchtem Raseneisenerz. Der Rennofen wurde nach einer Anwärmphase von 1 1/4 Stunden, fünf Stunden lang beschickt.

Mittwoch 16. Juli: Eine abgekühlte Rohluppe von 31,5 kg konnte aus dem Ofenschacht entnommen werden.

Phase 2

Samstag 17. Juli: Ein dritter Versuch verlief vom Verhüttungsprozess her, routinemäßig. Direkt nach der Verhüttung wurde der Ofen geöffnet, die glühende Eisenluppe mit Haken dem Ofen entnommen und auf eine am Boden plazierte massive Eisenplatte gehievt. Dieser gleißende Eisenschwamm von 23,5 kg Gewicht wurde direkt mit mehreren Hämmern verdichtet, dann gespalten und auf dem Amboss ausgeschmiedet.

Pase 3

Dank des Museumsdorfes Cloppenburg, dem Verbund Oldenburger Münsterland, Herrn Paul Kock aus Friesoythe (Raseneisenerz), Herrn Meyer (Torf), sowie dem großen öffentlichen Interesse, war dieses Symposium ein gelungenes Experiment, das nun in seine nächste Instanz, die wissenschaftliche Auswertung geht. Proben der Verhüttungsergebnisse werden nun im Institut für Eisenhüttenkunde an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, von Herrn Univ.-Prof. Dr. Ing. Wolfgang Beck, analysiert und dokumentiert.

   
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